BIRD ISLAND
 
 
 
 

Archiv: März 2009

 
 30. März 2009

Schräge Vögel im Seewinkel

Nick Barton, Alois Lang, Oliver Lehmann 44 Arten in 48 Stunden. Die Ausbeute des Birding-Wochenendes war sensationell (btw: Herzlichen Dank an Burgenland Tourismus, Neusiedler See Tourismus, Nationalpark Neusiedler See und Swarovski Optik). Unter der fachkundigen Führung von Alois Lang (Bildmitte) konnten wir den See, die Lacken und vor allem die heuer besonders gut gefluteten Wiesen und Weiden ins Visier nehmen. Wirklich spektakulär: Die vielen Kibitze, ein Trupp Kraniche und – eine echte Rarität im Binnenland – Zwergschaben, die sich sonst nur an Meeresküsten herumtrieben. Noch ein Tipp: Exkursionen in den Seewinkel (samt Verkostung der Weine und der Spezereien) zahlen sich immer aus. Jetzt, im Frühjahr, ist aber die Vogelwelt besonders zahlreich und die Vegetation noch relativ karg – eine Kombination, die exzellente Sichtungen ermöglicht. Hier ein erster optischer Eindruck:

 
 19. März 2009

Im Rhythmus des Pandas

dscn8236Erst letzte Woche habe ich mich von Fu Longs gemütlichem Naturell überzeugen können – dem Publikum den Rücken zukehrend verleibte er sich in entspannter Rückenlage ein paar Stangen Bambus ein – siehe Foto. Dabei schien ihn es ihn völlig kalt zu lassen, dass er nicht nur im Mittelpunkt des Interesses der Besucher, sondern auch einer wissenschaftlichen Langzeitstudie steht (oder eben liegt). 24 Stunden am Tag, zwei Jahre lang wird der Lebensrhythmus Fu Longs beobachtet. „Big Brother“ ist Zoologin Martina Pertl (Department für Evolutionsbiologie der Universität Wien), die ich in ihrer Dissertation auf die Entwicklung der Inneren Uhr des Großen Pandas konzentriert. Schlafen, trinken, essen, Nähe und Kontakt zu seiner Mutter: Alles Parameter, die genau unter die Lupe genommen werden um herauszufinden, wie der Rhythmus Fu Longs auf äußere Einflüsse wie Tag, Nacht, Pflegerkontakt oder Besucherandrang reagiert. Hier der Link zum Institut: http://www.univie.ac.at/evobio/index.html

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 13. März 2009

Beseelte Computer

Fundstück Nummer zwei stammt von Dietmar Dietrich, Professor am Institut für Computertechnik der TU Wien. Der wird am 19. März (20:00 c.t.) seine und die Arbeit seines Teams im Rahmen eines Vortrags vorstellen, den der Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse (Salzgries 16/3A, Wien 1) veranstaltet. Das Thema „Simulation des psychoanalytischen Modells auf dem Computer - Kann die Psyche wie ein Computer modelliert werden?“ Dietrichs Ansatz: Statt Hirnfunktionen vom Kleinen, also von den Zellen her, ins Große nachzubauen, haben er und sein Team ein Modell entwickelt, das das bekannte Drei-Instanzen-Modell Über-Ich, Ich und Es aus der Freud’schen Psychoanalyse in einer Computersimulation nachbildet. (Mehr dazu: http://www.simulatingthemind.info/)

Das klingt extrem verwegen und ist es wahrscheinlich auch – aber gerade solche Schnittmengen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften haben vor rund 100 Jahren dafür gesorgt, dass Wien eine intellektuelle Metropole von kontinentaler Bedeutung war.

 
 12. März 2009

Traurige Affen

Was den Mensch zum Menschen macht, beschäftigt TheologInnen, PhilosophInnen, KünstlerInnen, etc. und das nicht erst seit gestern. PrimatologInnen und Computer-ForscherInnen aus der Neigungsgruppe Artificial Intelligence erstaunen mit oft besonders verblüffenden Antworten. Dazu zwei Fundstücke vom Tage: Im heutigen Standard beschreibt Irene Brickner das fortgesetzt Elend der so genannten Baxter-Affen im Ex-Safaraipark Gänserndorf.

Übrigens: Den wesentlichsten Text zu den Baxter-Affen hat 2007 Julia Kospach im Universum Magazin, Ausgabe Juli 2007, veröffentlicht. Bitte hier nachlesen. Mehr zu den Affen gibt’s auf der Website des Affenhauses. Fundstück Nummer 2 folgt morgen.

 
 06. März 2009

Darwins Urenkel

090306_webdarwinpixWenn sich dann Unterrichtsministerin und Lehrergewerkschafter dann wieder wirklich wesentlichen Dingen zuwenden, dürfen sie reinen Herzens diese wunderbare Idee kopieren, mit der britischen Schulkindern die Ideen Darwins näher gebracht werden – und zwar um zwei Millionen Pfund mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Menschengedenken. Alles eine Frage der Priorität… Und als Chefvermittler wieder mit dabei: Sir David Attenborough.

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 04. März 2009

Die EhWolution der ÖsterreicherInnen

Vom Schriftsteller Robert Menasse stammt die Formulierung, Österreich sei das Land des „Entweder und Oder“, also des unausgetragenen Konflikts, des institutionalisierten Kompromisses, der habituellen Verantwortungslosigkeit. Zu dieser Erkenntnis gebracht wurde Menasse durch eine Analyse der politischen Absonderlichkeiten in diesem Land. Aber warum sollte sich die Haltung auf die Politik beschränken? Ist es nicht logisch, dass die ÖsterreicherInnen diese Haltung anwenden, wenn sie nach dem Ursprung der Erde und des Lebens befragt werden?

Die heute von ÖAW-Präsident Peter Schuster und Wissenschaftsminister Hahn vorgestellte Evolutionsstudie besagt, dass die ÖsterreicherInnen zu 89 Prozent die Entstehung der Welt auf die Evolution zurückführen. Die gleiche Studie besagt, dass 48 Prozent einer religiösen Deutung der Entstehung der Welt zustimmen. Und 62 Prozent sprechen sich für eine Harmonisierung der beiden Ansätze aus. Kurzum: Die ÖsterreicherInnen glauben an die EhWolution –„EhW“ wie „Eh Wurscht.“

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Evolution trifft auf Theologie – „Affe vor Skelett“ von Gabriel von Max, bis 3. Mai zu sehen in der sehr löblichen Ausstellung „Darwin – Kunst und die Suche nach den Ursprüngen“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

 
 04. März 2009

Die März-Ausgabe ist da

0903_univmagcoverDas neue Heft weckt die Braunbären aus dem Winterschlaf, navigiert auf dem Amazonas und präsentiert in einem „Universum Spezial“ alle österreichischen Zoos – organisiert in der Österreichischen Zoo Organisation OZO (www.ozo.at) – im Überblick. Hier ein erster akustischer Eindruck:

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 03. März 2009

Was denkt Österreich über die Evolution?

Morgen präsentieren ÖAW-Präsident Peter Schuster und Wissenschaftsminister Johannes Hahn die Ergebnisse einer Studie, mit der die Haltung der ÖsterreicherInnen zur Evolution erhoben wurde. Anlass ist ein extrem hochklassig besetztes Symposium mit dem Titel “Evolution - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt” (siehe Programm ): Ein wirklich bemerkenswerter Beitrag der heimischen Wissenschaft zum Darwin-Jahr 2009. Neben Top-ForscherInnen wird sich auch Kardinal Schönborn dem Publikum stellen, was insofern spannend ist, als der Chefredakteur des derzeit gültigen Katechismus der katholischen Kirche durchaus seine Zweifel an Darwins Erkenntnissen hat.

2006 wurde eine ähnlich Studie zur Evolution im amerikanischen Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht, bei der die Meinung von Europas Staaten plus USA und der Türkei miteinander verglichen wurde. Das eher bedenkliche Ergebnis: Österreich gehörte in eine Liga mit orthodox verfassten Ländern am unteren Ende der Liga (ganz oben: die Skandinavier und die Briten); was bedeutet, das rund ein Drittel der Befragten hierzulande die Entwicklung seit dem Urknall der göttlichen Ordnungsmacht zu Gute hielten statt der Evolution. Ich bin mal gespannt, welche Debatten das Ergebnis der diesjährigen Studie auslösen wird. Zur Einstimmung hier die regional ausgewiesene Haltung in Großbritannien zur Frage, ob wir unsere Existenz dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren oder einer himmlischen Fügung an einem Donnerstag vor 6013 Jahren verdanken; erfasst vom Guardian.