Betteln – Interdiziplinärer Workshop 11. + 12. Juni
Die Banken haben über ihre Verhältnisse gelebt - nun wird uns eingeredet, dass wir das alle getan hätten. Die Gewinne für wenige, die Verluste für alle – das Spiel ist nicht neu. Und es hat absehbare Folgen. Arme, Obdachlose und Bettler in den europäischen Metropolen nehmen zu. Und viele Städte reagieren nun darauf mit einem einfachen Rezept: Aus den Augen, aus dem Sinn. Der Schein der heilen Konsumwelt soll mit Hilfe der Architektur und der Polizei aufrecht erhalten werden. Also gestaltet man den öffentlichen Raum um und beschließt Gesetze, mit denen Obdachlose und Bettler vertrieben werden können. Zuletzt geschehen in Wien. Wobei sich die Politiker in der Argumentation für Bettelverbote bei alten Vorurteilen gegen Roma und Sinti bedienen und somit einen neu aufkeimenden Antiziganismus fördern.
Am 11. und 12. Juni veranstaltet das Institut für Moraltheologie im Hauptgebäude der Universität Wien (Stiege 8, 2. Stock) einen interdisziplinären Workshop zum Thema Betteln in Wien, bei dem ExpertInnen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen (Rechtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Theologie, Philosophie, Geschichte, …) erstmals Beiträge zum Thema Betteln präsentieren und gemeinsam mit dem Publikum diskutieren. Die aktuellen Entwicklungen in Wien werden dabei ebenso diskutiert wie historische Entwicklungen, rechtliche Fragen oder die Erfahrungen, die die Vinzenzgemeinschaft Graz in der Unterstützung bettelnder Menschen gemacht hat.
Mehr darüber: www.bettellobbywien.wordpress.com



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